Über neue Hoffnung und eine Freundin mehr

Seitdem wir am Donnerstag in Guatemala gelandet sind, habe ich meine Zeit bei Fernanda und ihrer Familie in Guatemala-Stadt verbracht. Fernanda wohnt mit ihrem Bruder und ihren Eltern am Rande der Stadt in einem Naturschutzgebiet namens “Guardabarranca”, welches seit rund 40 Jahren im Besitz ihrer Großeltern ist. Mittlerweile ist vor allem Fernandas Mutter verantwortlich für den Schutz und die Erhaltung der verschiedensten Tier- und Pflanzenarten vor Ort. Mit Projekten, Seminaren und Führungen durch das sechs Hektar große Gebiet möchte sie besonders Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Natur ermöglichen und ihnen die Bedeutung einer nachhaltigen Lebensweise zum Schutz unserer Umwelt nahe bringen. 

Meinen Aufenthalt hier habe ich sehr genossen und gerade in Bezug auf meine “Magis-Erfahrung” als sehr bereichernd empfunden. Nicht nur, weil ich morgens durch den Gesang von gleich drei verschiedenen Vogelarten vor meinem Fenster geweckt werden durfte, oder wegen des verlockenden Geruchs von frisch gepflückten Zitronen, der mir regelmäßig in die Nase gestiegen ist. Vielmehr sind mir durch Begegnungen und Gespräche mit Fernanda und ihrer Familie noch einmal zwei wichtige Grundeinstellungen für unsere Zeit hier in Zentralamerika, und auch darüber hinaus, bewusst geworden: die Bereitschaft zu einem offenen und ehrlichen interkulturellen Dialog und der Mut zum Ungewissen. 

Ohne diese beiden “Leitwerte” wäre ich wahrscheinlich überhaupt gar nicht Teil dieser Reise, und hätte auch nicht annähernd so viel aus den vergangenen Tagen mitnehmen können, wie es mir jetzt möglich war. Auch meine Gastfamilie hat mir deutlich gemacht, dass sie unsere gemeinsame Zeit und unseren Austausch im Allgemeinen sehr geschätzt hat. 

Auf die Frage wieso sie sich überhaupt dazu entschieden haben jemanden Fremdes, wie mich, bei sich aufzunehmen und was sie davon mitnehmen, haben sie Folgendes geantwortet: “Wir freuen uns Jugendliche wie dich, aus einem fremden Land und mit einer anderer Kultur, kennenzulernen und sie auf ihrer Pilgerreise nach Panama zu unterstützen, indem wir ihnen einen Platz zum Schlafen geben und sie ein wenig an unserem Leben teilhaben lassen. Zu wissen, dass es so viele junge Menschen aller Nationen gibt, die bereit sind den weiten Weg nach Guatemala/Panama zu reisen und sich auf Land und Leute hier einzulassen, gibt uns Hoffnung und hat unseren Blick auf einige Dinge geändert. Das wäre vielleicht nicht passiert, wenn du nicht zu uns gekommen wärst. Jetzt haben wir eine Freundin mehr.“

*Namen geändert*

“Guardabarranca”
„Escalera al cielo“ = Leiter zum Himmel
Kaffeepflanze

Autorin: Emily, 20 Jahre aus Berlin

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